Mittwoch, 10. Dezember 2014

Leichenfahrrad


Toten fahrradmenschen einen würdigen Transport zu ermöglichen ist eine Sache. (Nachdem sie würdig gealtert und hoffentlich nicht unter die Räder gekommen sind.) Sie nicht mit dem *Auto* auf den Friedhof zu karren eine andere.

Nun, irgendwann müssen wir alle die Fahrräder von unten anschauen. Die Frage ist nur, wie der Weg nach unten aussieht. Würdevoll, würde man meinen. Aber stellt man sich Menschen vor, die ihr Leben lang mit großer Freude im Sattel gesessen sind und in die Pedale getreten haben und nach ihrem Ableben in einem Auto herumkutschiert werden. Irgendwie seltsam.


Nein! Dass das weder würdevoll noch fahrradmenschenfreundlich ist dürfet sich auch die Dänin Sille Kongstad gedacht haben. Und inspiriert von einem alten Foto auf dem eine Leichenkutsche abgebildet war ließ sie ein Leichenfahrrad bauen. Hinter dem Lenker sitzt die stolze Erfinderin selbst und ermöglicht fahrradmenschen in Kopenhagen so eine würdevolle letzte Fahrt!

Montag, 1. Dezember 2014

Cycling without age


Würdig altern. Ein wahrlich schöner Wunsch. Auch ein ernst zu nehmender - wir werden aller Voraussicht nach immer älter werden. Man muss nicht unbedingt gesund sterben, aber ein pharmazeutisches Dahinwegetieren? Alt werden schon, aber mit Würde. Sich mit 90 frei und vor allem unabhängig bewegen können und nicht weggesperrt werden in ein Heim. Das Verlangen einen würdevollen Lebensabend zu verbringen ist groß.

Am besten an der frischen Luft auf einem Fahrrad - das wünsche ich mir mit dritten Zähnen und weißem Haar. Vielleicht werde ich nicht mehr die Kraft haben selbst in die Pedale zu treten, aber es gibt Menschen, fahrradmenschen, die alten Menschen diesen Wunsch erfüllen.


Und es gibt sie tatsächlich, junge Menschen, die ältere Menschen an die frische Luft auf ein Fahrrad holen, sie den Fahrtwind in den Haaren spüren lassen - gemeinsam ein kleines Abenteuer erleben - ihnen würdiges Altern ermöglichen. 500 Freiwillige sind es mittlerweile, die mit über 100 Rikschas in Dänemark und Norwegen älteren Menschen Zeit und eine Fahrradfahrt schenken.

Begonnen hat alles mit einer verrückten Idee: Der Däne Ole Kassow liebt es Fahrrad zu fahren. Und eines Tages bekam er Mitleid mit seinen älteren Mitmenschen, die dieses wundervolle Gefühl aus physischen Gründen nicht mehr erleben können. So mietete er sich gleich darauf eine Rikscha und fuhr zu einem Altersheim. Dort bot er etwas schüchtern eine Fahrt mit dieser an. Das Pflegepersonal war begeistert von der Idee und brachte ihm sofort eine ältere Dame. Und schon ging es los.

Das war 2012. Heute ist Cycling Without Age eine große Bewegung die nur so von Menschlichkeit sprüht. Ein Mensch mit einer Idee hat die Kraft so viel Wertvolles zu bewirken. Ole Kassow bekommt hiermit den Titel des fahrradmenschen verliehen. Inspirierend ist seine Geschichte, sein Mut, seine Idee und wie er diese Wirklichkeit hat werden lassen. Hier erzählt er sie. Einfach sehenswert:


Weiter erzählen, inspirieren lassen, am besten: eine Rikscha ausborgen und würdevolles Altern ermöglichen!

Montag, 17. November 2014

...wenn die Blätter treiben...


... so endet Rilkes Herbsttag. Meine Herbsttage enden mit viel aufgewirbeltem Laub und müden Beinen. Diese Jahreszeit zieht mich förmlich aus dem warmen Haus, auf den Radsattel und hinein in den Blätterwirbel. Schon rauscht der Wind durch mein Haar, die Fahrradkette surrt und das Laub raschelt. Musik in meinen Ohren. Und die gibt es nur im Herbst am Fahrrad.


Rot, Gelb und Grau - so bezaubernd kräftig schließt sich der Jahreskreis. Mit dem Fahrrad zwischen den raschelnden Farben kräftig die Luft einatmend - Nebel ausblasend mit Glücksgefühlen im Bauch Herbst erfahren.


Inspiriert, hier meine Freude über die vielleicht schönste Zeit des Jahres zu teilen, hat mich die fahrradfrau. In ihrem Blog bikelovin erzählt sie mit Worten und großartigen Bildern ihre Herbst-Fahrrad-Abenteuer.


Hinaus an die frische Herbstluft, ihr lieben Leserinnen und Leser! Erlebt Euch und den kräftig bunten Abschied dieses Jahres raschelnd, surrend und mit wundervollem Lächeln auf den Lippen...

Dienstag, 11. November 2014

Klein, leicht, komfortabel - SPEED


Liebe auf den ersten - ein Fahrrad auf den zweiten Blick. Und das dritte Fahrrad dieser Reihe kommt aus dem Hause Moulton. Eine britische Radmanufaktur mit Tradition: Alex Moulton baute seine ersten Fahrräder 1962. Und einige Jahre später vereint das Modell New Series SPEED Schnelligkeit, Leichtigkeit und Komfort in seiner einzigartigen Größe.


Zerbrechlich und doch kraftvoll sieht er aus - der Edelstahlrahmen trifft hier in seiner ausgefeilten Konstruktion auf Carbongabel und den moulton-typischen Federelementen. Die 20 Zoll Laufräder geben zusammen mit dem Rennlenker aber doch ein seltsames Paar. Aber trotzdem eine stolze Erscheinung, wie auch der Preis! Und wenn ich einmal groß bin, dann wünsche ich mir dieses kleine Meisterwerk, das mein fahrradherz höher schlagen lässt.

Donnerstag, 6. November 2014

Baby-Lastenrad-Fahren


Das schönste Gefühl WAR bis jetzt - am Fahrrad die Welt zu erfahren (am besten gemeinsam mit meiner Freundin). Seit einem halben Jahr bin ich nun Papa. Und seitdem hat sich das mit den schönsten Gefühlen ein wenig verändert. Ach, Kinder können einem den Kopf verdrehen... ABER die Liebe zu den Fahrrädern sitzt weiterhin tief in meinem Herzen!

Nun das Schöne mit dem Schönsten zu kombinieren - also Fahrrad zu fahren mit meinem lieben Sohn - das ging einfach nicht aus meinem Kopf. Träume und Wünsche sollen gelebt werden. Und so habe ich an meinem Lastenrad ein wenig geflext, geschweißt und geschraubt.


Eine Holzkiste aus altem Holz gezimmert schmückt nun in signalrot angestrichen das Lastenrad nützlich. In die Kiste habe ich eine Halterung für die Babyschale konstruiert und so kann der liebe kleine Bub mit mir gemeinsam radfahren. Er sitzt zudem so, dass wir uns bei der Fahrt ansehen können.



Liebe Papas und Mamas da draußen: fahrt mit euren Kindern Lastenrad! Ach, was für ein Gefühl, es gibt nichts Schöneres ;-)

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Hoch, höher, Tallbike


An der Grenze des Möglichen, kurz vor der Unmöglichkeit, dort fühlen sich die Rekorde zu Hause. Auch mit dem Fahrrad kann man dorthin gelangen. Nur wenige Menschen treten die Reise zu diesen Grenzen an. Die paar Mutigen leben ständig in der Angst plötzlich ins Unmögliche zu fallen.


So auch Richie Trimble, der in Los Angeles nicht gefallen ist. Von seinem sechs Meter hohen Fahrrad. Sieht unmöglich aus, doch niedrig genug um noch fahren zu können. Die erste Ausfahrt auf den Straßen (!) von Los Angeles Ende 2013 kann von ganz oben miterlebt werden. Zwei Millionen Klicks später bekommt man einen nett gemachten Einblick in das Making-Of des Projekts:


Mittlerweile gibt es schon zwei Modelle: Das erste bekam den Namen STOOPIDTALL. Da aber noch Platz nach oben war gibt es nun auch das STOOPIDTALLER. Und ich bin schon gespannt auf STOOPIDTALLEST!

 

Montag, 13. Oktober 2014

fahrradmenschen


Sie fahren gerne Fahrrad. Konstruieren edelste Rahmen. Bringen Menschen auf Räder. Bewegen sich und andere pedalierend durch die Welt. Verwandeln Autofahrer in Radliebhaber. Erzeugen fahrradgefühle. Halten stramme Wadeln bildlich fest. Inspirieren zu sanfter Mobilität. Brechen fahrradrekorde. Sitzen lieber auf Sätteln statt Sesseln. Wissen, was mit fahrradliebe gemeint ist. Und leben ein fahrradleben.

fahrradmenschen

Wenn Mensch und Maschine zu einer Einheit verschmelzen. Und große Fahrradherzen Leben verändern. Dann gehören sie gewürdigt. Hier und jetzt. Auf fahrradleben. Geschrieben habe ich schon ein paar Mal über fahrradmenschen und werde das in Zukunft noch öfter tun. Gelistet findet man sie in der Sidebar. Und es werden mehr! Und das ist gut so!