Mittwoch, 14. Januar 2015

Verrückt sein! Aber warum?


Was treibt Menschen an sich selbst zu quälen?
Warum fährt man ein 4800 Kilometer langes Fahrradrennen, freiwillig?
Was motiviert diese unglaublichen Strapazen auf sich zu nehmen?

Schon bei dem Gedanken 100 Kilometer mit dem Rad zu fahren schüttelt so mancher verwirrt den Kopf - man sei doch nicht verrückt. Aber sind die TeilnehmerInnen von Ultra-Langdistanzrennen wie dem Race Across America alles Verrückte?  Anders gefragt: Ist es normal unbeschreibliche physische Schmerzen, Halluzinationen, wahrliche Grenzerfahrungen und mentale Extremsituationen freiwillig zu erfahren?
Die Journalistin, Autorin und Ultra-Distanz-Athletin Amy Snyder gibt viele interessante Antworten auf diese Fragen. Und sie bringt in einem sehenswerten Vortrag all die vielen Gründe sich zu quälen auf den Punkt:


Da bleibt dann nur noch die Frage: Ist denn verrückt nicht ganz normal?

Dienstag, 30. Dezember 2014

Vom Weltuntergang und Lebensräumen


2015 und... die Welt wird aller Voraussicht nach nicht untergehen. (Nachdem ein aufmerksamer Leser oder eine aufmerksame Leserin auf die bemerkenswerte Reihenfolge der letzten vier Beiträge hingewiesen hat, wird nun nicht ein Weltuntergang heraufbeschworen.) Sich Gedanken über die Zukunft zu machen ist nie verkehrt. Vor allem wenn es sich um ein besseres, umweltfreundlicheres Leben in unseren Städten handelt. Und man vielleicht noch auf der Suche nach einem wirklich guten und weltverändernden Vorsatz für das neue Jahr ist.

Stadt, umweltfreundlich, Lebensqualität - da fällt einem doch sofort die urbane Mobilität ein. Alleine hier gäbe es genügend Potenzial für gute, weltverändernde Vorsätze. Wie wäre es damit:
"Beizutragen mehr Lebensraum in unseren Städten zu schaffen! Wäre das nicht ein schöner Vorsatz für das neue Jahr?!"
Also weniger Platz für Autos und mehr Platz zum Leben. Zum Beispiel durch den Umstieg vom Auto auf ein Fahrrad, das wenig Platz braucht, Fahrspaß garantiert, schick aussieht, multifunktional und leicht ist, das auch im Zug mitfährt und zugleich Lasten transportieren kann. Das klingt zwar nach einer urbanen eierlegenden Wollmilchsau und ist es schlichtweg auch, das Kiffy!


Das multifunktionale Gefährt könnte die urbane Mobilität revolutionieren. Vorausgesetzt viele Menschen nehmen den oben beschriebenen Vorsatz ernst und dieses Fahrrad geht in Produktion. Denn noch handelt es sich hier um einen französischen Prototyp, der es zumindest schon einmal auf meine Liste der Liebe auf den ersten ein Fahrrad auf den zweiten Blick Fahrräder geschafft hat.

Es besticht durch seine Vielseitigkeit. Dieses Fahrrad mit dem berauschenden Namen Kiffy vereint scheinbare Gegensätze: Ein zerlegbares Lastenrad, das klein, leicht und auch transportfähig ist. Es erleichtert das Einkaufen, da man den vorderen Teil ganz einfach wie einen Rollkoffer mitführen kann und zu Hause benötigt es weniger Abstellfläche als ein herkömmliches Fahrrad. Die drei Räder mit der SWING-Technologie verschaffen dem Rad Stabilität und zugleich garantieren sie beschwingte Kurvenfahrten. Das kleine Wunder bestaunen und hoffen, dass es irgendwann zu kaufen ist und unsere Städte nachhaltig verändert:

KIFFY TRICYCLE from Agence360 on Vimeo.

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Frohe Weihnachten


fahrradleben wünscht ein gemütliches Weihnachtsfest mit viel fahrradfreude, entspannter Familie und Zeit um Rad zu fahren!


Mittwoch, 10. Dezember 2014

Leichenfahrrad


Toten fahrradmenschen einen würdigen Transport zu ermöglichen ist eine Sache. (Nachdem sie würdig gealtert und hoffentlich nicht unter die Räder gekommen sind.) Sie nicht mit dem *Auto* auf den Friedhof zu karren eine andere.

Nun, irgendwann müssen wir alle die Fahrräder von unten anschauen. Die Frage ist nur, wie der Weg nach unten aussieht. Würdevoll, würde man meinen. Aber stellt man sich Menschen vor, die ihr Leben lang mit großer Freude im Sattel gesessen sind und in die Pedale getreten haben und nach ihrem Ableben in einem Auto herumkutschiert werden. Irgendwie seltsam.


Nein! Dass das weder würdevoll noch fahrradmenschenfreundlich ist dürfet sich auch die Dänin Sille Kongstad gedacht haben. Und inspiriert von einem alten Foto auf dem eine Leichenkutsche abgebildet war ließ sie ein Leichenfahrrad bauen. Hinter dem Lenker sitzt die stolze Erfinderin selbst und ermöglicht fahrradmenschen in Kopenhagen so eine würdevolle letzte Fahrt!

Montag, 1. Dezember 2014

Cycling without age


Würdig altern. Ein wahrlich schöner Wunsch. Auch ein ernst zu nehmender - wir werden aller Voraussicht nach immer älter werden. Man muss nicht unbedingt gesund sterben, aber ein pharmazeutisches Dahinwegetieren? Alt werden schon, aber mit Würde. Sich mit 90 frei und vor allem unabhängig bewegen können und nicht weggesperrt werden in ein Heim. Das Verlangen einen würdevollen Lebensabend zu verbringen ist groß.

Am besten an der frischen Luft auf einem Fahrrad - das wünsche ich mir mit dritten Zähnen und weißem Haar. Vielleicht werde ich nicht mehr die Kraft haben selbst in die Pedale zu treten, aber es gibt Menschen, fahrradmenschen, die alten Menschen diesen Wunsch erfüllen.


Und es gibt sie tatsächlich, junge Menschen, die ältere Menschen an die frische Luft auf ein Fahrrad holen, sie den Fahrtwind in den Haaren spüren lassen - gemeinsam ein kleines Abenteuer erleben - ihnen würdiges Altern ermöglichen. 500 Freiwillige sind es mittlerweile, die mit über 100 Rikschas in Dänemark und Norwegen älteren Menschen Zeit und eine Fahrradfahrt schenken.

Begonnen hat alles mit einer verrückten Idee: Der Däne Ole Kassow liebt es Fahrrad zu fahren. Und eines Tages bekam er Mitleid mit seinen älteren Mitmenschen, die dieses wundervolle Gefühl aus physischen Gründen nicht mehr erleben können. So mietete er sich gleich darauf eine Rikscha und fuhr zu einem Altersheim. Dort bot er etwas schüchtern eine Fahrt mit dieser an. Das Pflegepersonal war begeistert von der Idee und brachte ihm sofort eine ältere Dame. Und schon ging es los.

Das war 2012. Heute ist Cycling Without Age eine große Bewegung die nur so von Menschlichkeit sprüht. Ein Mensch mit einer Idee hat die Kraft so viel Wertvolles zu bewirken. Ole Kassow bekommt hiermit den Titel des fahrradmenschen verliehen. Inspirierend ist seine Geschichte, sein Mut, seine Idee und wie er diese Wirklichkeit hat werden lassen. Hier erzählt er sie. Einfach sehenswert:


Weiter erzählen, inspirieren lassen, am besten: eine Rikscha ausborgen und würdevolles Altern ermöglichen!

Montag, 17. November 2014

...wenn die Blätter treiben...


... so endet Rilkes Herbsttag. Meine Herbsttage enden mit viel aufgewirbeltem Laub und müden Beinen. Diese Jahreszeit zieht mich förmlich aus dem warmen Haus, auf den Radsattel und hinein in den Blätterwirbel. Schon rauscht der Wind durch mein Haar, die Fahrradkette surrt und das Laub raschelt. Musik in meinen Ohren. Und die gibt es nur im Herbst am Fahrrad.


Rot, Gelb und Grau - so bezaubernd kräftig schließt sich der Jahreskreis. Mit dem Fahrrad zwischen den raschelnden Farben kräftig die Luft einatmend - Nebel ausblasend mit Glücksgefühlen im Bauch Herbst erfahren.


Inspiriert, hier meine Freude über die vielleicht schönste Zeit des Jahres zu teilen, hat mich die fahrradfrau. In ihrem Blog bikelovin erzählt sie mit Worten und großartigen Bildern ihre Herbst-Fahrrad-Abenteuer.


Hinaus an die frische Herbstluft, ihr lieben Leserinnen und Leser! Erlebt Euch und den kräftig bunten Abschied dieses Jahres raschelnd, surrend und mit wundervollem Lächeln auf den Lippen...

Dienstag, 11. November 2014

Klein, leicht, komfortabel - SPEED


Liebe auf den ersten - ein Fahrrad auf den zweiten Blick. Und das dritte Fahrrad dieser Reihe kommt aus dem Hause Moulton. Eine britische Radmanufaktur mit Tradition: Alex Moulton baute seine ersten Fahrräder 1962. Und einige Jahre später vereint das Modell New Series SPEED Schnelligkeit, Leichtigkeit und Komfort in seiner einzigartigen Größe.


Zerbrechlich und doch kraftvoll sieht er aus - der Edelstahlrahmen trifft hier in seiner ausgefeilten Konstruktion auf Carbongabel und den moulton-typischen Federelementen. Die 20 Zoll Laufräder geben zusammen mit dem Rennlenker aber doch ein seltsames Paar. Aber trotzdem eine stolze Erscheinung, wie auch der Preis! Und wenn ich einmal groß bin, dann wünsche ich mir dieses kleine Meisterwerk, das mein fahrradherz höher schlagen lässt.